Sonntag, 5. April 2015

Sintra: Achterbahnfahrt in die Hölle

Samstag, der 04/04/2015

Wie jeden Morgen gibt es erstmal ein ausgezeichnetes Frühstück in unserem Camper und dann haben uns Évora noch einmal bei Tag angeschaut. In den vielen kleinen Gassen haben wir uns tatsächlich verlaufen - aber mit Google-Maps findet man heutzutage ja schnell den Weg aus dem Labyrinth. 

Unser nächstes Ziel ist Sintra - das nächste touristische Highlight neben Lissabon. Es liegt auch direkt neben Lissabon, womit wir den Abstecher in den Süden Portugals auch beenden. 
Da wir in Sintra auch noch was erleben wollten, haben wir die Mautstrasse zurück genommen. Diese ist schneller und entspannter zu fahren. Auf der Landstraße kommt immer ein Ort nach dem anderen und statt Ampeln gibt es hier fast nur Kreisel. Manchmal bekommt man davon einen richtigen drehwurm aber der Verkehr fließt dafür auch bestens. 

In Sintra gab es wieder unser übliches ummanövrieren, weil wir wieder in zu enge Straßen eingebogen sind. Am Bahnhof fanden wir aber erstmal einen Parkplatz für unser Schätzchen. 

Zu Fuß zurück in den Stadtkern orientierten wir uns erstmal, denn es gibt hier so viele Paläste, Gärten und Schlösser, dass man gar nicht weiß, wohin man eigentlich will.



Von einem Barkeeper aus Lissabon haben wir den Tipp bekommen, uns unbedingt den Palast Quinta de Regaleira anzuschauen. Mit dem Bus 435 ging es flott auf den Berg zu diesem Anwesen. Was uns dort erwartet hat, hat uns echt die Sprache verschlagen. Ein großes kitschiges Haus mit einem riesigem Anwesen voller Gärten, Tempeln und Grotten. Es gab von allem zuviel - hier hat sich jemand detailverliebt richtig ausgetobt. Überall gab es Türmchen zum besteigen und dunkle Höhlen zum erkunden. 








Der Haupteingang zu dem Höhlensystem führte von dem Initationsbrunnen spiralförmig hinab. Sowas hatten wir noch nie gesehen. Angelehnt war dieser Gang hinab an Dantes Abstieg  in die Hölle auf der Suche nach dem Paradies. Genauso sah es auch aus. Das ganze war auch noch als Geheimgang angelegt. 




Oben könnte eine drehbare Steintür den Zugang quasi verschwinden lassen. 
Wenn man erstmal in den Höhlen war, konnte man verschiede Wege nehmen, die an unterschiedlichen Punkten im Park wieder ins freie führten. Die Ausgänge waren auch versteckt hinter einem Wasserfall oder in einer Grotte. Die Gänge waren sehr dunkel, teilweise sehr niedrig und feucht. Im Smartphone-Zeitalter hat aber jeder eine Taschenlampe dabei, so dass man sah, was einem erwartete. Ansonsten wäre es Stockdunkel gewesen!



Ein Ausgang führte zu einem See, den man auf herausragenden Steinen überqueren konnte. Von Außen war der Eingang nicht zu entdecken. 



Weiter unten im Park gab es noch eine Labyrinth-Grotte, die auch wirklich verwinkelt war und rauf und runter führte. Ohne Licht quasi ein Horror hier durchzufinden. Der ganze Park ist absolut fantastisch und unser Tipp für Sintra-Besucher! 



Bevor wir wieder zurück in die Innenstadt gefahren sind, sind wir mit den Bus 435 erstmal bis zum Ende gefahren um 2 weitere Sehenswürdigkeiten von außen anzuschauen. Wir hatten ja mit dem Ticket für 2,50 Euro ja auch bereits die Rückfahrt bezahlt. Der Bus fuhr durch schmale Bergstrassen rauf und runter in einem extrem hohen Tempo. Das war wirklich eine Achterbahnfahrt. Wir hielten uns fest und schauten uns nur erstaunt an, wie der da so durchrasen kann. Da auch viele Autos unterwegs die Straße blockierten, wo der Fahrer extrem schnell reagieren muss, muss man als Busfahrer Nerven wie Drahtseile haben. Andreas würde den Job nicht einen Tag nervlich überstehen. 

In unserem kleinen Zuhause auf vier Rädern haben wir wieder zu Abend gegessen und ein bisschen gespielt. Dann ging es ab ins Bett!


Samstag, 4. April 2015

Serpentinen, Studenten und Schwarze Schweine

Freitag, der 03/04/2015

Wieder aufwachen im irgendwo. Drei Camper stehen hier auf einer Wiese im Naturschutzgebiet zwischen zwei Touristenhochburgen. Ein langer Steg führt zum Strand und durch das Naturschutzgebiet mit Sümpfen und Heidelandschaften. Zudem lebten hier Flamingos, die wegen der fehlenden Krabben fast weiß waren. Hier macht es Spaß zu flanieren und sich die Natur anzuschauen. 




Es ging anschließend noch ein bisschen weiter an der Algarve gefahren um ein Abstecher in Vale do Lobo zu machen. Dort haben Freunde von Berthold ein Haus. Die Ecke ist aber schon sehr elitär.
Unser nächstes reguläres Ziel ist Évora im Landesinneren. Die Wahl die wir hatten, war die Mautstrasse oder Abseits der Autobahn zu fahren. Wir entschieden uns für die langsamere Strecke. Auf der Karte war sie sehr kurvenreich verzeichnet aber wir haben nicht auf die Höhenangaben geachtet. Tatsächlich bestand die Strecke aus etlichen Serpentinen durch enge Gebirgsstrassen. Belohnt wurden wir für die mühevolle Fahrleistung von Andreas mit einer wundervollen Landschaft.  

In einen ganz kleinen Dorf, wo nur alte Portugiesen draußen in einem Café saßen haben wir getankt. Der Ort war so urig, dass wir uns eine Pause im Café gegönnt haben. Wir waren das Highlight im Dorf mit Andreas punkigem auftreten :-)

Weiter ging es mit Serpentinen, aber schon bald änderte sich die Streckenführung in eine lange, gerade Strasse bergab, die uns direkt nach Évora führte. Den ersten Parkplatz, den wir erkoren haben, lag direkt im historischen Altstadtviertel. Hier haben wir uns verfahren und die Straßen wurden immer enger, bis wir nicht mehr weiterfahren konnten, weil die Straßen zu eng wurden. Da irgendwie jeder mit seinem Auto durch die Altstadt fuhr, verursachten wir ein mittleres Verkehrchaos. Mit viel Gekurbel und gutem zureden der anderen Autofahrer, fanden wir ein Ausweg aus dieser Autofalle und kehrten zurück zum Eingang der Altstadt, wo ein großer Parkplatz und eine Art Rummelplatz war, auf dem schon mehrere Camper standen. Hier hatten wir den perfekten Parkplatz für uns  gefunden. 

Wir gingen dann erstmal spazieren und zur gleichen Zeit gab es eine Osterprozession, wo anscheinend das ganze Stadt beteiligt war. Die Straßen waren rappelvoll. In einem kleinen Restaurant haben wir diesmal zu Abend gegessen. Es war total klein und gemütlich. Der Kellner stellte und sechs kleine Teller mit Vorspeisen hin. Zusätzlich hatten wir noch separate Vorspeisen bestellt. Der kleine Tisch war zum Bersten voll und der Hauptgang kam ja auch noch! 


Die Spezialität hier war ein Kabeljau-Auflauf, den Andreas für sich bestellt hatte und schwarzes Schwein für Berthold und mich. Das schwarze Schwein war extrem lecker, aber der Auflauf von Andreas, der auch noch übersetzt "Kabeljau, von dem man niemals genug essen kann" hieß, war überhaupt nicht sein fall. Trocken und sehr fertig zugleich - das muss man erstmal so hinbekommen. :-)

Danach führten wir unseren Spaziergang fort. 




Mittlerweile haben die Studenten hier die Stadt erobert auf der Suche nach den Parties, die hier überall zu sein scheinen. Évora ist auch eine Universitätsstadt und hier wird Karfreitag richtig Party gemacht. 
Wir waren aber so satt und erledigt, dass wir nur noch brav zu unseren Camper zurückgegangen sind um endlich schlafen zu gehen. Schön ist es hier und in unserem schnuckligen Wagen schlafen wir auch sofort ein. 


Surfer die nicht surfen und Stille wo keine Stille ist...

Donnerstag, der 02/04/2015

Morgens mit Blick aufs Meer aufgewacht in unserem schnuckligen Alkoven! 




Bald kamen aber 7-8 Autos zu unserem Platz - alle vollbeladen mit Surfern die dies wohl als ihr Surferparadies erkoren haben. 

Alle schmissen sich in ihren Neoprenanzug und eilten zum Strand. Dort wurde viel diskutiert aber so richtig nicht gesurft. Wir haben uns das ganze Treiben gemütlich bei unserem Frühstück angeschaut. Nach 2 Stunden war der Spuk vorbei und die Meisten sind schon wieder abgehauen. 

Wir sind dann auch aufgebrochen und kamen erstaunlich leicht zurück zur Hauptstraße. 

Von dort ging es in die nächste Stadt Vila Nova de Milfontes , die an einer schönen Bucht liegt. Ein kleiner Spaziergang in der brütenden Mittagssonne und weiter gings. 



Die nächste Station wird hoffentlich etwas kühler sein - hoch oben auf beeindruckenden Klippen am südwestlichsten Punkt Europas in der von Sagres an der Cabo de São Vicente. 

Wir merken schon, dass es mit jedem Kilometer Richtung Süden touristischer wird. So überraschte es uns kaum, dass die erste Bude die uns dort erwartete Deutsch war und "Die letzte Bratwurst vor Amerika" hieß. Hier wimmelte es von Touristenbussen aber der Platz hoch oben auf den sehr hohen Klippen war auch wirklich wunderschön!




Nach dieser kleinen Auszeit wollten wir uns den nächsten Ort Lagos anschauen und evtl. dort übernachten. Aber was uns da erwartete war mittlerweile eine heruntergekommene Touristenfalle. Viele Buden findet man hier, die alle Speisekarten auf Deutsch und Englisch anbieten. Durch die Stadt führte ein dreckiger Kanal, an dem hunderte kleine Krebse versuchten  die Kanalmauer hochzukrabbeln. 

Sehenswert sind hier wohl die naheliegender Grotten, die per Boot besichtigt werden können - die Bilder sahen jedenfalls sehr schön aus. 


Schlafen wollten hier jedenfalls nicht und sind noch weiter Richtung Süden gefahren. Viel schlimmer konnte es eigentlich nicht kommen, aber der nächste größere Ort Portimão war ein Alptraum in Beton. Man merkte, dass wir jetzt an der Algarve angekommen sind. Das bedeutet traumhafte Natur von Beton zugebaut. 

Wir haben wieder unseren Trick zum Ünernachten angewandt. Zwei Schwulenstrände wurden uns ausgewiesen. Strand 1 war für unser kleines Wägelchen wegen eines Engpasses nicht erreichbar. Mit viel Lenkerei aus der Notlage befreit haben wir trotz später Uhrzeit Strand 2 angesteuert. Und wiedermal ist unsere Rechnung aufgegangen: der Praiha Grande liegt in einem Naturschutzgebiet und es gibt dort einen großen Platz zum kostenlosen Parken,wo schon zwei Camper standen. Ein perfekter Platz zum Übernachten und total still, obwohl wir rechts und links von zwei großen, lauten Städten umgeben sind. 

Auf geht's auf große Portugal (minus Spanien)-Tour

Mittwoch, der 01/04/2015

Heute holen wir den gemieteten Camper aus Estoril ab. Mit dem Zug sind das knappe 30 Minuten. Verliehen wird der Camper von einem deutschen Aussteiger, der erst einen, später immer mehr Camper privat verlieh und dann dann dies über eine Internetseite auch andere Touristen vermietet. Gleich zu Beginn der erste Schock: Er ist nur in Portugal angemeldet. Wir dürfen Portugal nicht verlassen! Also nix mit Spanien und Gibraltar! :-(
Auch darf nur Andreas fahren - ein zweiter Fahrer kann nicht eingetragen werden. (Wir haben ja in der ersten Woche unseren Freund Berthold dabei, der Andreas hätte entlasten können.)
Zudem sollte das Bad nicht benutzt werden - es ist dafür nicht ausgelegt. Wir könnten es selber herrichten aber die anschließenden Reinigungskosten mit Ausdampfen (Vorschrift) und so wäre zu teuer meinte er. 
Der Camper kostet übrigens auch nur die Hälfte von anderen Angeboten und da muss man ein paar Abstriche machen. 
Ansonsten war alles in Ordnung - der Verleiher sehr symphatisch und Andreas hatte im Kopf die grobe Richtung der Route schon umgeplant. Wir hatten eine ungefähre Ahnung, wie die Tour verlaufen sollte, aber da wir Portugal sonst nicht kannten, sind wir mehr oder weniger blind losgefahren. 

Wir sind erstmal an der Küste Richtung Süden gefahren. Wir mussten durch Lissabon zurück, dass verkehrstechnisch ein Moloch ist. Die Autobahnen sind auch fast alle Mautpflichtig, die wir auch gleich abdrücken durften. Wenigstens sind wir dafür auch über unsere Golden-Gate-Brücke gefahren. Auf der anderen Seite des Tejo haben wir schnellstmöglich die Autobahn verlassen. 

Mit Maximaltempo 80 km/h geht es nun hauptsächlich über Landstraßen, die meist mit vielen schönen, verschiedenen Bäumen gesäumt sind. 

Der erste Schleife sind wir über die Serra de Arrábida gefahren. Hier führen kleine Serpentinenstraßen immer weiter nach oben. An der Steilküste haben wir einen verlassenen Parkplatz angesteuert und sind zum Aussichtspunkt gewandert, der ganz verlassen war. Hier wird man mit einem Blick über die ganzen Steilklippen belohnt. 



Weiter ging es nach Setúbal. Dort haben wir die Autofähre genommen um die Strecke etwas abzukürzen. Die Fähre hat 15 Euro gekostet und wir mussten 50 Minuten warten. Verkürzt hat es unsere Fahrt nicht wirklich, aber dafür hatten wir auf der anderen Seite leere Strassen. 
Hier gab es riesige Korkweidenplantagen. Die Bäume wurden wohl gerade geerntet - die untere Hälfte war komplett abgeschält. 



Dazwischen waren viele Storchennester aufgestellt und in jedem 3. war die Storchfamilie sogar Zuhause. 


Die erste große Stadt Sines haben wir erst im Dunkeln erreicht und begrüßte uns mit einem riesigem Industriegebiet, dass hell erleuchtet die ganze Stadt umfassen zu schien. 
Die Landschaft unterhalb von Sines soll aber sehr schön sein, was im Dunkeln nicht so ganz einfach herauszufinden ist. 

Wir mussten nun den ersten wilden Schlafplatz suchen und dafür haben wir einen Trick angewandt. Es gibt auch einen schwulen Reiseführer für die Welt, wo die Schwule Szene zu finden ist - unter anderem auch Schwule Strände. 
Diese sind meist sehr schön und etwas abgelegen - genau richtig für unsere Mission. Hier gab es zwei Einträge - etwa 20 Kilometer voneinander entfernt. 
Wir haben den ersten Strand angesteuert - nun lag die Landstraße noch ein paar Kilometer vom Strand entfernt und wir mussten über bessere Feldwege dorthin navigieren. Der Weg schien immer schmaler zu werden und in einer Kurve, die auch noch bergab führte, sah es so aus, als gebe es keine Möglichkeit mehr vor oder zurück zu kommen. 
Wir haben dann zu Fuß festgestellt, dass man vorsichtig weiterfahren kann auch wenn die Straße zusätzlich immer sandiger wurde. Wir haben es bis zum Strand geschafft, wo auch viel Platz war und waren nicht die ersten dort. 
4 Surfer aus Italien hatten sich dort bereits niedergelassen - das waren die Vorboten für den nächsten Morgen. Wir haben kurz Hallo gesagt und Andreas hat dann ein leckeres Menü zubereitet in unserem schnuckeligem Wägelchen. 

Und dann kam der Moment: in der Wildnis am Strand und eine absolut sternenklare Nacht über uns ohne Wolken und Lichter aus der Stadt. Wow, wow, wow! 


Donnerstag, 2. April 2015

Der Stolz einer ganzen Nation: Belem

Dienstag, der 31. März - Tag 2

Wir haben den Tag wie gestern wieder mit einer historischen Tramfahrt gestartet. Diesem mal mit der Linie 12 - diese fährt mit einem Rundkurs durch die Altstadt ist aber nicht so überlaufen wie die 28E, schlängelt sich aber genauso durch die enge Altstadt. 
Anschließend wollten wir die Avenida de Libertade (die Champs Élysée von Lissabon) entlanglaufen. Wir erinnerten uns vom ersten Besuch, dass diese Allee immer bergauf geht. Also sind wir diesmal mit der Linha Azul (Linie Blau) bis zur Station Parque gefahren. Hier befindet sich der Park São Sebastião an dessen Ende ein Monument für irgendeinen Sportler imposant angelegt ist. Von nun an gings bergab Richtung Stadtzentrum. 



Hier tost der Verkehr beträchtlich und dennoch sind die schicken Prachtbauten sehenswert. Am Ende angekommen sind wir mit der Tram Elétrico Linie 15 nach Belem gefahren. Dort befindet sich die Klosteranlage und eine imposante Kirche. 
Das Kloster haben wir uns gespart wegen Eintritt und einer langen Schlange davor. Dafür haben wir die Kirche kostenfrei besucht - dort liegt u.a. Basta da Gama in einem Steinsarg. 




Wieder draußen sind wir an den schönen Grünanlagen entlangflaniert. 


Ins Auge fällt dann sofort das Seefahrerdenkmal Badrão dos des Cobrimentos. An erster Stelle der berühmten Seefahrer befindet sich Prinz Heinrich der Seefahrer (1394-1460), der mit seiner Seefahrerschule und damit dir Keimzelle der Entdeckungsfahrten begründet hat. 



Am beeindrucksten ist hier aber der Torre de Belém- ein gut erhaltener Wehrturm von 1500. Statt Schiffe abzuwehren hat er meist Schiffe empfangen. Heute steht er fast am Land und ist eine Besucherattraktion. 



Auf dem Rückweg haben wir dir Tram am Cais do Sodre verlassen und sind mit der Fähre auf die andere Seite des Tejo gefahren um Lissabon von seiner vollen Pracht zu bewundern. Die Boote fahren bis 1.30 nachts. 

Nach einer Ausruhphase im Hostel sind wir in der Oberstadt Essen gegangen.

Wir sind noch einmal mit der 28E gefahren - um diese Zeit recht leer um in der Nähe der Igrea da Graça beim Augustina Kloster auszusteigen wie einem die ganze Stadt noch einmal zu Füßen liegt. 

Wir hatten in der Oberstadt tagsüber schon ein Restaurant entdeckt was wir nun aufgesucht haben und überwiegend von Einheimischen besucht wird. 

Es war sehr lecker - besonders einladend waren die superleckeren frischen Broiler, die hier mehr oder weniger "aufgeklappt" auf dem Grill zubereitet werden. Bis auf die traditionelle Suppe, die nur aus Wasser, Knoblauch eingeweichten Brotscheiben und als Highlight ein Spiegelei in der Mitte, war das Essen superlecker.




Nach einem Bier ging es nach einem langen Tag endlich ins Bett. 



Dienstag, 31. März 2015

Tram aus Omas Zeiten eine Traumstadt.

Montag, der 30/03/2015 Tag1. 

Lissabons Hauptattraktion sind die alten Strassenbahnen auf den Linien 28E und 12. 

So wollte Andreas die Tour mit uns beginnen. 

Erstmal haben wir uns ein Tagesticket für die U-Bahn gekauft das kostet 6,25 €. Damit hat man schon gewonnen, denn damit kann auch die Trams und Elevadores benutzen. Das sind die Bahnen die am Seil den Berg hochfahren und den berühmten Elevador De Santa Justa - ein alter Fahrstuhl von 1902 den ein Schüler Gustav Eiffels gebaut hat. Dieser fährt in einer gusseisernen Konstruktion von der Unterstadt in die Oberstadt. Der älteste Elevador ist übrigens von 1884. 

Eine Fahrt mit der Tram kostet schon 2,85 € und eine Fahrt mit dem Elevador 3,60 €. Was die doofen Touristen brav zahlen - da ist man schnell über 6,25 € für das Tagesticket.  

Los sollte es an der U- Bahn Station 
Martim Moniz der Linha Verde gehen. Hier gibt es keine Nummern - die Linie heisst einfach Linie Grün. 

An der Tram Station stand schon eine lange Schlange. Die Fahrten sind sehr beliebt. 3 Bahnen und 30 Minuten später war es soweit - wir stiegen ein. 

Wir hatten Glück, dass wir ziemlich weit vorn waren als wir an die Reihe gekommen sind. So das wir genau die letzten 3 Sitzplätze ergattern konnten von den gerade mal 22 Plätzen. 

Die Fahrten sind der Hammer. Es geht bergauf, bergab durch superenge Gassen. Eine Herausforderung sind auch die Autos, die sich dicht  an den Schienen abstellen. Somit ist die Fahrt sehr ruppig. Die Bahnen sind aus den 30er Jahren des letzten Jahrhunderts und es passen gerade mal 50 Leute rein. 

Geplant war ursprünglich den Berg hoch in die Altstadt zu fahren und dort unsere Tour zu beginnen. Dank Sitzplatz haben wir gleich eine Stadtrundfahrt gemacht durch die Stadt. Wir sind aber vor der Endhaltestelle ausgestiegen und haben  den kleinen schönen Park Jardim da Estrela besichtigt und sind der gegenüberliegenden gleichnamigen Basílica aufs Dach gestiegen. 

Das war ein entspannter Start für unseren Tag. Jetzt ging es zurück zur Alfama - die Altstadt. 

Wie erinnerten uns an eine kleine Bäckerei mit allerlei süßen Schweinereien. Die haben wir uns einpacken lassen und sind zu einem Aussichtspunkt gegangen.  Dort haben wir uns den Bauch mit Törtchen und Kuchen vollgestopft. 

Ein perfekter Ort zum Picknicken - die Stadt lag uns zu Füßen ebenso der Tejo Fluß und die "Golden Gate"-Brücke Ponte 25 de April. Diese wurde der originalen Brücke aus San Francisco nachempfunden und hat mit über 1 Kilometer länge eine stattliche Größe. 

Wir sind dann brav unserem Marco Polo von Kirche über Kathedrale, diversen Plätzen und Sehenswürdigkeiten gefolgt.  Es ist schon sehr spannend. Mal läßt man sich von den Touristenmassen treiben - wobei treiben hier ist immer ein Slow Move.  Dann wieder biegt man ab in eine der unzähligen Gassen und ist auf einmal alleine und geniest die Stille. Vergleichbares gibt es in keiner anderen Hauptstadt. 

Jetzt ging es zum zentralen Platz am Fluss in der Unterstadt Praça Do Comércio - der Stolz aller Lissabonner Plätze. Er ist gesäumt von prächtigen Gebäuden und Arkaden. 

In der Unterstadt sind die Straßen quadratisch praktisch gut angelegt das lag daran das man nach dem großen Erdbeben von 1755 die Unterstadt neu aufgebaut hat. Hier ist das Einkaufsviertel, wo keine Wünsche offen bleiben. Wir wollten jetzt mit dem zuvor erwähnten Fahrstuhl nach oben fahren die Menschenmassen hielten uns davon ab. 

Andreas hatte die Idee etwas weiter entfernt mit der Standseilbahn  die ja verwirrenderweise auch Elevador heisst hochzufahren. Die Idee war sehr gut. Es war leer und wir hatten einen Sitzplatz. 

Oben angekommen ist eine hübsche Grünanlage und wir konnten den Blick über die Stadt bei Sonnen Untergang mal in einer anderen Perspektive genießen. 

Wir erinnerten uns das hier irgendwo ein kleines altes Restaurant ist, wo wir beim letzten Besuch positiv überrascht wurden und jeden Abend dort gegessen hatten. Wir befürchteten das es das nicht mehr gibt, da die Besitzer - ein altes Ehepaar - nicht mehr die Jüngsten waren. 
Einen Straßennamen geschweige denn ein  Restaurantnamen hatten wir nicht mehr und es gibt hier eine Menge Gassen die parallel verlaufen und ziemlich gleich ausschauen. 

Nach der 2. Gasse standen wir davor.  Wow - es sah genau aus wie vorher. Das ist das Schöne  hier.  Es hat sich nichts verändert alles hat eine gewisse Beständigkeit. 

Zum Essen war es zu früh, also versuchten wir jetzt mit dem Fahrstuhl nach unten zu fahren. Der ist gar nicht so einfach zu finden da er sich hinter einer Baustelle befindet. 

Yuppie yeah kein Schwein war da keine Wartezeit - alles richtig gemacht. 

Wir bummelten hin und her und trafen uns mit einem Bekannten von Andreas. 

Den haben wir dann zum Essen eingeladen. Das war hilfreich da, unser Portugiesisch sehr begrenzt war. 

Leider war der unvergessliche Lachs aus so haben wir uns über portugiesische Sachen beraten lassen. 

Berthold hatte eine Wurst aus Vögeln gegessen. Die war schon sehr speziell. 

Anschließend tranken wir noch 2 Bier in 2 Kneipen und liefen zur historischen Tram die uns zurück nach Hause bringen soll. 

Es war 23:18 auf dem Fahrplan stand 23:20 fährt die letzte Bahn. Wir sind schon Glückskinder wir hatten einen tollen Tag immer einen Sitzplatz und haben alles richtig gemacht. 





Auf nach Lissabon - obdachlos.

Sonntag , der 29/03/2015 Ankunft

Der Beginn unseres 3 wöchigen Urlaubes durch Portugal und Spanien. 

Unsere lang ersehnte Rückkehr nach Lissabon startete mit einer Stunde Verspätung in Hannover es ging mit dem Airbus 220 und 162 Leuten und der portugiesischen TAP Airline nach Portugal. 

Die Airline ist noch staatlich. Man wollte sie verkaufen um den Staatshaushalt etwas zu sanieren, aber auf Grund der Preisvorstellungen gab es bisher keinen Käufer. 

Wir hatten uns schon auf pappige Sandwiches eingestellt oder das man alles was man verzehrt selbst bezahlen muß. Das ist ja mittlerweile Standart. 

Dem war nicht so - es gab ein Brötchen mit Butter eine Gemüse Lasagne und Birnenkompott. Die Getränke waren inklusive. 

Am Flughafen haben wir uns ein Taxi genommen da es schon nach Mitternacht war und Berthold längst in seinem Hostel erwartet wurde. 

Der Taxi Fahrer fuhr dann irgendwann falsch was Andreas gleich bemerkte und hielt irgendwann an und sagte wir sind da. 

Das passte aber nicht. Nachdem er falsch abgebogen war, haben wir mit unserem iNavi nachgeschaut, wo wir eigentlich langfahren. 

Er entschuldigte sich dann und fand schließlich das Ziel. 

Berthold stieg aus und wir wollten dann zu unserer Schlafgelegenheit. 

Wir haben den Taxi Fahrer gelotst da sich untere Unterkunft in der Nähe eines Industrie Gebietes befinden sollte und er selber dort noch nie war. 

Hier sah es etwas aus wie in einem Ghetto.  Wir standen vor der Tür und unserer Gastgeber den wir über Internet aufgetan haben. Wir fragen erst mal immer privat über den schwulen chat nach, ob wir unterkommen können, da wir privat dann auch gleich einheimischen Kontakt haben und immer gute Erfahrungen hatten und Freundschaften geschlossen haben. Unser Gastgeber in Lissabon  meinte dann wir wären falsch. Nach mehreren Wiederholungen hatten wir ein Photo des Straßennamen geschickte und seine Ortskennung laut Handy stimmte mit unserer überein. 

Dann kam eine SMS.  Er hatte gedacht Björn kommt allein. Mhhh also muss er uns doch gesehen haben und hier wohnen. 

Es half ja nichts - wir waren nicht erwünscht und überlegten was nun zu tun ist Nachts um 1:00 Uhr im Niemandsland. 

Wir riefen Berthold an und er meinte hier wäre noch ein Bett er läßt uns rein. 

Also Taxi angerufen und zurück zur Adresse von Bertholds Hostel. Vorher wurden wir noch angesprochen, ob wir Drogen bräuchten.  Das Taxi war auch noch an uns vorbeigefahren - aber der Dealer von von eben lotste es dann zu uns. Nette Drogenhändler hier :-)

Bertholds Schlafplatz war sehr klein und Andreas schlief mehr schlecht als recht in der Besucherritze des 2er-Bettes. 

Am morgen haben wir seinen Host erstmal angerufen uns entschuldigt das wie jetzt zu dritt sind und die Situation geschildert und nachgefragt ob er noch ein Zimmer hat. 

Er sagte nein er könnte aber noch ein Bett in das winzige Zimmer stellen für nur 10 Euro mehr für uns beide. Für noch 2 Nächte reichte uns das aber, da wir ja bald mit einem Wohnwagen unterwegs sind. So können wir ja schon mal üben. 

Irgendwie kommen wir ja immer zurecht und das ist allemal spannender als ein 08/15-Hotel wie in jeder Stadt. 

Von meinem iPod gesendet