Dienstag, 7. April 2015

Von der Einsamkeit in den Wahnsinn

Montag, der 06/04/2015

Heute Morgen sind wir in der Einsamkeit aufgewacht. Ein Riesenstrand zu unseren Füßen! Ein bisschen spazieren gegangen, lecker gefrühstückt und auf geht's weiter nach Norden. 

In nicht weit entfernten Nazaré gab es eine Standseilbahn in die Oberstadt von dort man einen fantastischen Blick über die Bucht und die Klippen hat. Auch die Kirche dort war sehr schön. Ein Traum in Gold und Kacheln!

Der nächste Abstecher auf dem Weg ist Figuera da Fez????.
Hier hat Andreas mal im Fernsehen ein Bericht über eine alten Marktfrau gesehen und er wollte sich das Geschehen hier mal anschauen. Wir waren aber nur im Hafen und dort gab es wieder viele Surfer und Surferschulen. Irgendwie verstehen wir diesen Sport nicht. Entweder stehen sie am Wasser oder sie sind im Wasser, warten auf die perfekte Welle surfen aber vielleicht 3x pro Stunde aus einer Welle.  Irgendwie sehr unergiebig dieser Sport :-)

Über Landstraße wollten wir nun nach Porto. Von Land war aber nix mehr zu sehen, denn es folgte eine kleine Stadt nach der nächsten ohne Überhang! Tempo 50 war Dauerzustand und dazu auch noch mehrere Staus. Genervt haben wir uns dann doch für die Mautstrasse entschieden. Dies ging flott und mit 6 Euro für die letzten 150 km noch erträglich. Porto empfängt uns erstmal mit einem Alptraum an Stadtautobahnen. Hier geht es wahnsinnig zu. Der Verkehr fließt ganz anders als im beschaulichen Lissabon. 
Hier werden die Spuren gewechselt, von der Ausfahrt doch noch zurück auf die Autobahn gefahren und von ganz links die Ausfahrt genommen. Fast wie in Deutschland hier :-)

Aus unseren Camper App haben wir die Info bekommen, dass es für Camper hier nur einen Parkplatz gibt. Diesen haben wir angesteuert. Es ging ziemlich steil bergab - unser Routenplaner weiß leider nicht, das wir ein großen Wagen haben, sonst würden wir nicht durch solche halsbrecherischen Strassen geführt!

Der Platz ist sehr schön - wir parken direkt am Fluss Douro mit Blick auf Porto. Eine tolle Kulisse! 
Leider kommt man von hier aber auch nicht so richtig weg. Fußweg laut Navi 45 min zu Fuß zur nächsten Metrostation - am Ende auch steil bergauf! 
Nach einem langen Tag unterwegs kann man sich besseres vorstellen. 
Trotzdem haben wir uns aufgemacht und der Weg war sehr schön am Fluss entlang und letztlich haben wir nur 30 Minuten für den Weg gebraucht. An der Haltestelle haben wir ein Tagesticket gekauft, obwohl es schon 22.30 Uhr war - zum Glück sind das hier 24 Stunden Tickets. Die können wir morgen also auch noch nutzen. Wir haben uns dann zuerst auf den Weg zum Bahnhof Campanã gemacht um dort die Tickets 
für unsere Zugfahrt nach Santiago de Conpostela in Spanien zu kaufen. Der Schalter war bereits geschlossen. 
Wir wollten noch ein ein Bier in einer von den 3 schwulen Kneipen in Porto trinken, aber entweder waren sie geschlossen oder wir haben sie nicht gefunden. Um halb eins wollten wir zurück und haben sogar einen Bus gefunden, der wieder auf unsere Flusseite fährt und von dort waren es nur noch 15-20 min zurück zu unserem Baby! Das Panorama zum Einschlafen war echt klasse! 

Montag, 6. April 2015

Aus dem Trio wird ein Duo und Disneyland ruft

Sonntag, der 05/04/2015

Übernachtet haben wir in Sintra auf einem Parkplatz in der Nähe vom Bahnhof. Die Ecke ist nicht soooo schön, aber der Platz ist groß und kostenlos. 
Nach einem reichhaltigen Frühstück im Camper haben wir uns von Berthold verabschiedet, der wie geplant mit dem Zug von hier nach Lissabon zurückfährt, um von dort nach Hannover zu fliegen. 

Wir machen uns nun fortan im Duo auf die Socken - unser Ziel ist die kleine Eléctricio - eine alte Tram von 1904. 

Gerade haben wir den Parkplatz verlassen, da treffen wir Juão - unsere Abendbegleitung aus Lissabon. Er arbeitet hier - wow die Welt ist wiedermal so klein! :-)

Nun aber zur Bahn. Wir hatten einen coolen Fahrer, der Andreas am Endpunkt die ganzen Auskünfte gegeben hat, nach der er immer so lechzt!
Nahverkehrsinformtionen im Schnelldurchlauf:
Unser Fahrzeug war von 1946 aus England. Es gibt insgesamt 5 Bahnen und 4 Fahrer. 
Man braucht 45 Minuten von Sintra bis direkt an den Strand. Eine Fahrt kostet 3 Euro und wird in der Bahn kassiert. 




Nun geht's auch weiter für Nicht-Nahverkehrsfetischisten:
Jetzt machen wir etwas, was wir noch NIIEEE gemacht haben - wir sind in einen Touri-Hopp-On-Hopp-Off-Bus gestiegen!!!

Hier gibt es so viele Sehenswürdigkeiten, die auch noch auf hohen Bergen verteilt liegen, dass sich das diesmal echt anbot. Im Bus haben wir uns über Kopfhörer etwas bilden lassen, aber meistens lief nur traditionelle Fado-Musik.  Kollektives Drama in Musik verpackt!

Unser Ziel war heute der Palácio Nacional da Pena. 

Dieser thront auf einem Berg über der Stadt und sieht aus, wie aus Lego für Disneyland gebaut. Vor dem Eingang stand schon eine lange Schlange, die alle Eintrittskarten erwerben wollten. Das hat ewig gedauert. Björn hat an der Ecke einen Automaten entdeckt und hatte nur 3 Besucher vor sich, die aber auch ewig brauchten. Björn selber hat die Tickets in Nullkommanichts aus dem Automat gezogen und so konnten wir lange vor den Anderen in der normalen Schlange in den Palast. 

Der Palast wurde 1842-1854 von Don Fernando II und Dona Maria II als Sommerresidenz aus einer mittelalterlichen Kapelle erbaut. 

Das äußere Erscheinungsbild ist sehr bunt mit vielen Treppen und Türmchen. 


Innen ist es äusserst stilvoll eingerichtet und jeder Blick aus den Fenstern runter ins Tal ist beeindruckend. Neben dem Anwesen von gestern unser weiteres Highlight hier!






Dem Palast schließt sich ein Park an, den wir auf vielen Weg hinunter folgen. Die Sehenswürdigkeiten hier sind eher klein und beschaulich, aber es ist ein schöner Moment zum Erholen im Grünen. 



Den Abschluss bilden 4 Seen, die ineinander laufen. Dort unten müssen wir gar nicht lange auf unseren Touristenschauckler warten - er nimmt uns gleich da unten auf und fährt uns brav durch das absolute Verkehrschaos in dieser Stadt ins Zentrum zurück. 
Tipp: Nicht am Wochenende nach Sintra fahren - der Verkehr ist wirklich schlimm! 

Mit einer anderen Linie der gleichen Gesellschaft lassen wir uns noch einmal durchschaukeln ohne auszusteigen. Wir haben ja ein Tagesticket für 18 Euro pro Person gekauft und das beinhaltet ja 3 verschiedene Linien dieser Busse. Die Route führte sogar zum westlichsten Punkt Europas - dem Capo da Roca. Diese Tour dauerte uns aber zu lange. 

Das war es dann für uns in Sintra. 

Auf unserem Weg liegt noch das kleine Städtchen Óbidos mit seiner sehr gut erhaltenen Stadtmauer, die beeindruckend hoch ist und für Schwindelfreie auch begehbar ist. Wir begnügen uns damit sie zwar hochzusteigen, aber nicht drumherum zu gehen - mangels Geländer in dieser Höhe verzichten wir mal auf dieses sicher spannende Erlebnis.




Weiter geht es Richtung Norden. Wieder hilft uns unser Trick einen menschenleeren Strand ganz für uns alleine zu finden. Zum ersten Mal sind wir beide ganz allein in unserem Camper im traumhaften Nirgendwo. 
(Nirgendwo liegt in diesem Fall 15 km südlich von der Stadt Nazaré)




Sonntag, 5. April 2015

Sintra: Achterbahnfahrt in die Hölle

Samstag, der 04/04/2015

Wie jeden Morgen gibt es erstmal ein ausgezeichnetes Frühstück in unserem Camper und dann haben uns Évora noch einmal bei Tag angeschaut. In den vielen kleinen Gassen haben wir uns tatsächlich verlaufen - aber mit Google-Maps findet man heutzutage ja schnell den Weg aus dem Labyrinth. 

Unser nächstes Ziel ist Sintra - das nächste touristische Highlight neben Lissabon. Es liegt auch direkt neben Lissabon, womit wir den Abstecher in den Süden Portugals auch beenden. 
Da wir in Sintra auch noch was erleben wollten, haben wir die Mautstrasse zurück genommen. Diese ist schneller und entspannter zu fahren. Auf der Landstraße kommt immer ein Ort nach dem anderen und statt Ampeln gibt es hier fast nur Kreisel. Manchmal bekommt man davon einen richtigen drehwurm aber der Verkehr fließt dafür auch bestens. 

In Sintra gab es wieder unser übliches ummanövrieren, weil wir wieder in zu enge Straßen eingebogen sind. Am Bahnhof fanden wir aber erstmal einen Parkplatz für unser Schätzchen. 

Zu Fuß zurück in den Stadtkern orientierten wir uns erstmal, denn es gibt hier so viele Paläste, Gärten und Schlösser, dass man gar nicht weiß, wohin man eigentlich will.



Von einem Barkeeper aus Lissabon haben wir den Tipp bekommen, uns unbedingt den Palast Quinta de Regaleira anzuschauen. Mit dem Bus 435 ging es flott auf den Berg zu diesem Anwesen. Was uns dort erwartet hat, hat uns echt die Sprache verschlagen. Ein großes kitschiges Haus mit einem riesigem Anwesen voller Gärten, Tempeln und Grotten. Es gab von allem zuviel - hier hat sich jemand detailverliebt richtig ausgetobt. Überall gab es Türmchen zum besteigen und dunkle Höhlen zum erkunden. 








Der Haupteingang zu dem Höhlensystem führte von dem Initationsbrunnen spiralförmig hinab. Sowas hatten wir noch nie gesehen. Angelehnt war dieser Gang hinab an Dantes Abstieg  in die Hölle auf der Suche nach dem Paradies. Genauso sah es auch aus. Das ganze war auch noch als Geheimgang angelegt. 




Oben könnte eine drehbare Steintür den Zugang quasi verschwinden lassen. 
Wenn man erstmal in den Höhlen war, konnte man verschiede Wege nehmen, die an unterschiedlichen Punkten im Park wieder ins freie führten. Die Ausgänge waren auch versteckt hinter einem Wasserfall oder in einer Grotte. Die Gänge waren sehr dunkel, teilweise sehr niedrig und feucht. Im Smartphone-Zeitalter hat aber jeder eine Taschenlampe dabei, so dass man sah, was einem erwartete. Ansonsten wäre es Stockdunkel gewesen!



Ein Ausgang führte zu einem See, den man auf herausragenden Steinen überqueren konnte. Von Außen war der Eingang nicht zu entdecken. 



Weiter unten im Park gab es noch eine Labyrinth-Grotte, die auch wirklich verwinkelt war und rauf und runter führte. Ohne Licht quasi ein Horror hier durchzufinden. Der ganze Park ist absolut fantastisch und unser Tipp für Sintra-Besucher! 



Bevor wir wieder zurück in die Innenstadt gefahren sind, sind wir mit den Bus 435 erstmal bis zum Ende gefahren um 2 weitere Sehenswürdigkeiten von außen anzuschauen. Wir hatten ja mit dem Ticket für 2,50 Euro ja auch bereits die Rückfahrt bezahlt. Der Bus fuhr durch schmale Bergstrassen rauf und runter in einem extrem hohen Tempo. Das war wirklich eine Achterbahnfahrt. Wir hielten uns fest und schauten uns nur erstaunt an, wie der da so durchrasen kann. Da auch viele Autos unterwegs die Straße blockierten, wo der Fahrer extrem schnell reagieren muss, muss man als Busfahrer Nerven wie Drahtseile haben. Andreas würde den Job nicht einen Tag nervlich überstehen. 

In unserem kleinen Zuhause auf vier Rädern haben wir wieder zu Abend gegessen und ein bisschen gespielt. Dann ging es ab ins Bett!


Samstag, 4. April 2015

Serpentinen, Studenten und Schwarze Schweine

Freitag, der 03/04/2015

Wieder aufwachen im irgendwo. Drei Camper stehen hier auf einer Wiese im Naturschutzgebiet zwischen zwei Touristenhochburgen. Ein langer Steg führt zum Strand und durch das Naturschutzgebiet mit Sümpfen und Heidelandschaften. Zudem lebten hier Flamingos, die wegen der fehlenden Krabben fast weiß waren. Hier macht es Spaß zu flanieren und sich die Natur anzuschauen. 




Es ging anschließend noch ein bisschen weiter an der Algarve gefahren um ein Abstecher in Vale do Lobo zu machen. Dort haben Freunde von Berthold ein Haus. Die Ecke ist aber schon sehr elitär.
Unser nächstes reguläres Ziel ist Évora im Landesinneren. Die Wahl die wir hatten, war die Mautstrasse oder Abseits der Autobahn zu fahren. Wir entschieden uns für die langsamere Strecke. Auf der Karte war sie sehr kurvenreich verzeichnet aber wir haben nicht auf die Höhenangaben geachtet. Tatsächlich bestand die Strecke aus etlichen Serpentinen durch enge Gebirgsstrassen. Belohnt wurden wir für die mühevolle Fahrleistung von Andreas mit einer wundervollen Landschaft.  

In einen ganz kleinen Dorf, wo nur alte Portugiesen draußen in einem Café saßen haben wir getankt. Der Ort war so urig, dass wir uns eine Pause im Café gegönnt haben. Wir waren das Highlight im Dorf mit Andreas punkigem auftreten :-)

Weiter ging es mit Serpentinen, aber schon bald änderte sich die Streckenführung in eine lange, gerade Strasse bergab, die uns direkt nach Évora führte. Den ersten Parkplatz, den wir erkoren haben, lag direkt im historischen Altstadtviertel. Hier haben wir uns verfahren und die Straßen wurden immer enger, bis wir nicht mehr weiterfahren konnten, weil die Straßen zu eng wurden. Da irgendwie jeder mit seinem Auto durch die Altstadt fuhr, verursachten wir ein mittleres Verkehrchaos. Mit viel Gekurbel und gutem zureden der anderen Autofahrer, fanden wir ein Ausweg aus dieser Autofalle und kehrten zurück zum Eingang der Altstadt, wo ein großer Parkplatz und eine Art Rummelplatz war, auf dem schon mehrere Camper standen. Hier hatten wir den perfekten Parkplatz für uns  gefunden. 

Wir gingen dann erstmal spazieren und zur gleichen Zeit gab es eine Osterprozession, wo anscheinend das ganze Stadt beteiligt war. Die Straßen waren rappelvoll. In einem kleinen Restaurant haben wir diesmal zu Abend gegessen. Es war total klein und gemütlich. Der Kellner stellte und sechs kleine Teller mit Vorspeisen hin. Zusätzlich hatten wir noch separate Vorspeisen bestellt. Der kleine Tisch war zum Bersten voll und der Hauptgang kam ja auch noch! 


Die Spezialität hier war ein Kabeljau-Auflauf, den Andreas für sich bestellt hatte und schwarzes Schwein für Berthold und mich. Das schwarze Schwein war extrem lecker, aber der Auflauf von Andreas, der auch noch übersetzt "Kabeljau, von dem man niemals genug essen kann" hieß, war überhaupt nicht sein fall. Trocken und sehr fertig zugleich - das muss man erstmal so hinbekommen. :-)

Danach führten wir unseren Spaziergang fort. 




Mittlerweile haben die Studenten hier die Stadt erobert auf der Suche nach den Parties, die hier überall zu sein scheinen. Évora ist auch eine Universitätsstadt und hier wird Karfreitag richtig Party gemacht. 
Wir waren aber so satt und erledigt, dass wir nur noch brav zu unseren Camper zurückgegangen sind um endlich schlafen zu gehen. Schön ist es hier und in unserem schnuckligen Wagen schlafen wir auch sofort ein. 


Surfer die nicht surfen und Stille wo keine Stille ist...

Donnerstag, der 02/04/2015

Morgens mit Blick aufs Meer aufgewacht in unserem schnuckligen Alkoven! 




Bald kamen aber 7-8 Autos zu unserem Platz - alle vollbeladen mit Surfern die dies wohl als ihr Surferparadies erkoren haben. 

Alle schmissen sich in ihren Neoprenanzug und eilten zum Strand. Dort wurde viel diskutiert aber so richtig nicht gesurft. Wir haben uns das ganze Treiben gemütlich bei unserem Frühstück angeschaut. Nach 2 Stunden war der Spuk vorbei und die Meisten sind schon wieder abgehauen. 

Wir sind dann auch aufgebrochen und kamen erstaunlich leicht zurück zur Hauptstraße. 

Von dort ging es in die nächste Stadt Vila Nova de Milfontes , die an einer schönen Bucht liegt. Ein kleiner Spaziergang in der brütenden Mittagssonne und weiter gings. 



Die nächste Station wird hoffentlich etwas kühler sein - hoch oben auf beeindruckenden Klippen am südwestlichsten Punkt Europas in der von Sagres an der Cabo de São Vicente. 

Wir merken schon, dass es mit jedem Kilometer Richtung Süden touristischer wird. So überraschte es uns kaum, dass die erste Bude die uns dort erwartete Deutsch war und "Die letzte Bratwurst vor Amerika" hieß. Hier wimmelte es von Touristenbussen aber der Platz hoch oben auf den sehr hohen Klippen war auch wirklich wunderschön!




Nach dieser kleinen Auszeit wollten wir uns den nächsten Ort Lagos anschauen und evtl. dort übernachten. Aber was uns da erwartete war mittlerweile eine heruntergekommene Touristenfalle. Viele Buden findet man hier, die alle Speisekarten auf Deutsch und Englisch anbieten. Durch die Stadt führte ein dreckiger Kanal, an dem hunderte kleine Krebse versuchten  die Kanalmauer hochzukrabbeln. 

Sehenswert sind hier wohl die naheliegender Grotten, die per Boot besichtigt werden können - die Bilder sahen jedenfalls sehr schön aus. 


Schlafen wollten hier jedenfalls nicht und sind noch weiter Richtung Süden gefahren. Viel schlimmer konnte es eigentlich nicht kommen, aber der nächste größere Ort Portimão war ein Alptraum in Beton. Man merkte, dass wir jetzt an der Algarve angekommen sind. Das bedeutet traumhafte Natur von Beton zugebaut. 

Wir haben wieder unseren Trick zum Ünernachten angewandt. Zwei Schwulenstrände wurden uns ausgewiesen. Strand 1 war für unser kleines Wägelchen wegen eines Engpasses nicht erreichbar. Mit viel Lenkerei aus der Notlage befreit haben wir trotz später Uhrzeit Strand 2 angesteuert. Und wiedermal ist unsere Rechnung aufgegangen: der Praiha Grande liegt in einem Naturschutzgebiet und es gibt dort einen großen Platz zum kostenlosen Parken,wo schon zwei Camper standen. Ein perfekter Platz zum Übernachten und total still, obwohl wir rechts und links von zwei großen, lauten Städten umgeben sind. 

Auf geht's auf große Portugal (minus Spanien)-Tour

Mittwoch, der 01/04/2015

Heute holen wir den gemieteten Camper aus Estoril ab. Mit dem Zug sind das knappe 30 Minuten. Verliehen wird der Camper von einem deutschen Aussteiger, der erst einen, später immer mehr Camper privat verlieh und dann dann dies über eine Internetseite auch andere Touristen vermietet. Gleich zu Beginn der erste Schock: Er ist nur in Portugal angemeldet. Wir dürfen Portugal nicht verlassen! Also nix mit Spanien und Gibraltar! :-(
Auch darf nur Andreas fahren - ein zweiter Fahrer kann nicht eingetragen werden. (Wir haben ja in der ersten Woche unseren Freund Berthold dabei, der Andreas hätte entlasten können.)
Zudem sollte das Bad nicht benutzt werden - es ist dafür nicht ausgelegt. Wir könnten es selber herrichten aber die anschließenden Reinigungskosten mit Ausdampfen (Vorschrift) und so wäre zu teuer meinte er. 
Der Camper kostet übrigens auch nur die Hälfte von anderen Angeboten und da muss man ein paar Abstriche machen. 
Ansonsten war alles in Ordnung - der Verleiher sehr symphatisch und Andreas hatte im Kopf die grobe Richtung der Route schon umgeplant. Wir hatten eine ungefähre Ahnung, wie die Tour verlaufen sollte, aber da wir Portugal sonst nicht kannten, sind wir mehr oder weniger blind losgefahren. 

Wir sind erstmal an der Küste Richtung Süden gefahren. Wir mussten durch Lissabon zurück, dass verkehrstechnisch ein Moloch ist. Die Autobahnen sind auch fast alle Mautpflichtig, die wir auch gleich abdrücken durften. Wenigstens sind wir dafür auch über unsere Golden-Gate-Brücke gefahren. Auf der anderen Seite des Tejo haben wir schnellstmöglich die Autobahn verlassen. 

Mit Maximaltempo 80 km/h geht es nun hauptsächlich über Landstraßen, die meist mit vielen schönen, verschiedenen Bäumen gesäumt sind. 

Der erste Schleife sind wir über die Serra de Arrábida gefahren. Hier führen kleine Serpentinenstraßen immer weiter nach oben. An der Steilküste haben wir einen verlassenen Parkplatz angesteuert und sind zum Aussichtspunkt gewandert, der ganz verlassen war. Hier wird man mit einem Blick über die ganzen Steilklippen belohnt. 



Weiter ging es nach Setúbal. Dort haben wir die Autofähre genommen um die Strecke etwas abzukürzen. Die Fähre hat 15 Euro gekostet und wir mussten 50 Minuten warten. Verkürzt hat es unsere Fahrt nicht wirklich, aber dafür hatten wir auf der anderen Seite leere Strassen. 
Hier gab es riesige Korkweidenplantagen. Die Bäume wurden wohl gerade geerntet - die untere Hälfte war komplett abgeschält. 



Dazwischen waren viele Storchennester aufgestellt und in jedem 3. war die Storchfamilie sogar Zuhause. 


Die erste große Stadt Sines haben wir erst im Dunkeln erreicht und begrüßte uns mit einem riesigem Industriegebiet, dass hell erleuchtet die ganze Stadt umfassen zu schien. 
Die Landschaft unterhalb von Sines soll aber sehr schön sein, was im Dunkeln nicht so ganz einfach herauszufinden ist. 

Wir mussten nun den ersten wilden Schlafplatz suchen und dafür haben wir einen Trick angewandt. Es gibt auch einen schwulen Reiseführer für die Welt, wo die Schwule Szene zu finden ist - unter anderem auch Schwule Strände. 
Diese sind meist sehr schön und etwas abgelegen - genau richtig für unsere Mission. Hier gab es zwei Einträge - etwa 20 Kilometer voneinander entfernt. 
Wir haben den ersten Strand angesteuert - nun lag die Landstraße noch ein paar Kilometer vom Strand entfernt und wir mussten über bessere Feldwege dorthin navigieren. Der Weg schien immer schmaler zu werden und in einer Kurve, die auch noch bergab führte, sah es so aus, als gebe es keine Möglichkeit mehr vor oder zurück zu kommen. 
Wir haben dann zu Fuß festgestellt, dass man vorsichtig weiterfahren kann auch wenn die Straße zusätzlich immer sandiger wurde. Wir haben es bis zum Strand geschafft, wo auch viel Platz war und waren nicht die ersten dort. 
4 Surfer aus Italien hatten sich dort bereits niedergelassen - das waren die Vorboten für den nächsten Morgen. Wir haben kurz Hallo gesagt und Andreas hat dann ein leckeres Menü zubereitet in unserem schnuckeligem Wägelchen. 

Und dann kam der Moment: in der Wildnis am Strand und eine absolut sternenklare Nacht über uns ohne Wolken und Lichter aus der Stadt. Wow, wow, wow! 


Donnerstag, 2. April 2015

Der Stolz einer ganzen Nation: Belem

Dienstag, der 31. März - Tag 2

Wir haben den Tag wie gestern wieder mit einer historischen Tramfahrt gestartet. Diesem mal mit der Linie 12 - diese fährt mit einem Rundkurs durch die Altstadt ist aber nicht so überlaufen wie die 28E, schlängelt sich aber genauso durch die enge Altstadt. 
Anschließend wollten wir die Avenida de Libertade (die Champs Élysée von Lissabon) entlanglaufen. Wir erinnerten uns vom ersten Besuch, dass diese Allee immer bergauf geht. Also sind wir diesmal mit der Linha Azul (Linie Blau) bis zur Station Parque gefahren. Hier befindet sich der Park São Sebastião an dessen Ende ein Monument für irgendeinen Sportler imposant angelegt ist. Von nun an gings bergab Richtung Stadtzentrum. 



Hier tost der Verkehr beträchtlich und dennoch sind die schicken Prachtbauten sehenswert. Am Ende angekommen sind wir mit der Tram Elétrico Linie 15 nach Belem gefahren. Dort befindet sich die Klosteranlage und eine imposante Kirche. 
Das Kloster haben wir uns gespart wegen Eintritt und einer langen Schlange davor. Dafür haben wir die Kirche kostenfrei besucht - dort liegt u.a. Basta da Gama in einem Steinsarg. 




Wieder draußen sind wir an den schönen Grünanlagen entlangflaniert. 


Ins Auge fällt dann sofort das Seefahrerdenkmal Badrão dos des Cobrimentos. An erster Stelle der berühmten Seefahrer befindet sich Prinz Heinrich der Seefahrer (1394-1460), der mit seiner Seefahrerschule und damit dir Keimzelle der Entdeckungsfahrten begründet hat. 



Am beeindrucksten ist hier aber der Torre de Belém- ein gut erhaltener Wehrturm von 1500. Statt Schiffe abzuwehren hat er meist Schiffe empfangen. Heute steht er fast am Land und ist eine Besucherattraktion. 



Auf dem Rückweg haben wir dir Tram am Cais do Sodre verlassen und sind mit der Fähre auf die andere Seite des Tejo gefahren um Lissabon von seiner vollen Pracht zu bewundern. Die Boote fahren bis 1.30 nachts. 

Nach einer Ausruhphase im Hostel sind wir in der Oberstadt Essen gegangen.

Wir sind noch einmal mit der 28E gefahren - um diese Zeit recht leer um in der Nähe der Igrea da Graça beim Augustina Kloster auszusteigen wie einem die ganze Stadt noch einmal zu Füßen liegt. 

Wir hatten in der Oberstadt tagsüber schon ein Restaurant entdeckt was wir nun aufgesucht haben und überwiegend von Einheimischen besucht wird. 

Es war sehr lecker - besonders einladend waren die superleckeren frischen Broiler, die hier mehr oder weniger "aufgeklappt" auf dem Grill zubereitet werden. Bis auf die traditionelle Suppe, die nur aus Wasser, Knoblauch eingeweichten Brotscheiben und als Highlight ein Spiegelei in der Mitte, war das Essen superlecker.




Nach einem Bier ging es nach einem langen Tag endlich ins Bett.