Montag, 6. Juni 2011

Andreas in... Sheffield!

Montag 06.06.2011.

Eine neue Woche eine und eine neue Übernachtungsstation. Auf nach Sheffield und das Gepäck ablegen. Auf dem Weg nach Sheffield bin ich mit der Bummelbahn gefahren um etwas mehr die Landschaft zu genießen - es hat sich gelohnt! Nachdem ich durch einen längeren Tunnel gefahren bin, befand ich mich mitten zwischen saftig-grünen Bergen voller Schafe - es war einzigartig... zumal es keine Bäume gab und ich hab noch nie Berge gesehen die nur aus Grass bestehen! Das Gebiet ist der Peak District National Park. Nun aber zu Sheffield. Mein Gastgeber hat frei und zeigt mir die Stadt. Das erste
Mal, dass ich mich um nichts kümmern muß. Der erste Eindruck am Bahnhof war auch schon sehr gut. Der Vorplatz ist sehr hübsch gestaltet und gepflegt mit einem modernen Wasserspiel. Sheffield hat so viele Einwohner wie Hannover und lebte zum größtenteil von der Stahl- und Silberproduktion. Viel von der Industrie ist nicht zu sehen. Die Stadt hat aber den Absprung und Wechsel zur Moderne geschafft. In Sheffield gibt es eine Universität, die richtig was her macht - so wie man sich eine englische Uni halt vorstellt mit Türmchen usw.

Dann sind wir ins Zentrum gegangen und auch hier wieder alt und modern bestens miteinander kombiniert.


















Während in Hannover beschlossen wird, den Turm am Kröpckecenter abzureisen werden hier sehr stylische Hochhäuser gebaut selbst die Parkhäuser sind durchgestylt . Der schönste Platz ist der an der Town Hall mit Fontänen rings herum. Selbst die Town Hall gleicht einem Schloss.
Gleich nebenan wurde ein riesiges Gewächshaus mitten ins Stadtzentrum gesetzt. Das ist wie die meisten neuen Gebäude gerade mal fünf Jahre alt. Also die Engländer bekommen nix aus dem Euro Topf von uns - denen geht es wohl recht gut. Zum Abschluß der Tour haben wir noch die Kathetrale - auch ein sehr imposantes Gebäude - besichtigt.


Dort fanden gerade Proben eines Orchesters statt. So hatte ich gleich noch ein kostenloses Konzert. Am nächsten Morgen habe ich noch einen Abstecher zum botanischen Garten gemacht, bevor es weiter geht zum nächsten Ziel.








Von der Tram Station mußte ich erstmal 15 Minuten laufen bis dorthin. Der Park ist ähnlich dem Bergarten von Hannover mit einem tollen viktorianischen Pavillon als Gewächshaus.

Hier gibt es zum ersten Mal eine richtige Stadtbahn, wie wir es kennen! Es gibt 3 Linien - diese haben keine Nummern, sondern Farbtafeln. Es gibt die gelbe, rote und blaue Linie. Die Strecken sind 29 km lang und es gibt 48 Stopps. Eröffnet wurde die Stadtbahn 1994 und die Züge wurden in Düsseldorf gebaut. Sie sind 2.65 Meter breit und 35 Meter lang und sie fahren mitten durch die Stadt und teilweise auf eigenen Bahnkörper. Sie sind auch sehr schnell unterwegs. Hier wird auch geklingelt während in Manchester gehupt wird. Die Tageskarte kostet 3.70£. Ich bin erstmal hin und her gerannt wegen eines Tickets bis ich herausfand, dass auch hier in jeder Straßenbahn ein Mitarbeiter mitfährt und die Tickets verkauft. Der ist nur am rumrennen. Ich weis gar nicht wie der in der Roush Hour bei voller Bahn den Überblick behält.


Apropos Manchester nachdem ich gestern aus Birmingham zurückkam, hatte ich noch ein Abschiedsbier getrunken und wollte nach Hause. Es war 23:30 Uhr es kam und kam keine Straßenbahn. Ich ging dann zum Fahrplan um festzustellen, das Sonntags die letzte in meine Richtung, wo immerhin 2 Linien verkehren, aus dem Stadtzentrum um 22:48 abfährt. Also mal wieder laufen.

Sonntag, 5. Juni 2011

Andreas in... Birmingham

Heute geht mein Ausflug nach Birmingham.
Bevor ich dorthin fahre, habe ich noch den letzten Punkt von Manchester abgehackt. Ich bin zu den Salford Quays gefahren. Hier war der Hafen der Schiffe, die per Kanal in die Stadt kamen. Der Hafen wurde 1982 aufgegeben und die Gegend verfiel zunehmends. In den 90er Jahren änderte sich das durch ein ambitionierte Bauprogramm. Es entstanden neue Wohnhäuser, eine Medienstadt und diverse Museen.

Nicht weit entfernt ist auch das neue Station des altehrwürdigen Fußballvereins von Manchester United.


Auf nach Birmingham der zweitgrößten Stadt des Landes mit 1 Million Einwohnern! Wo die waren, weiss ich allerdings nicht. Es ging sehr ruhig zu - von Besonderheiten kann ich kaum berichten. Die Stadthat teilweise noch alte Straßenzüge, wenn auch sehr wenige. Das Meiste ist aus Beton. Beton mag ich überhaubt nicht dachte ich - hier Schaft der Baustoff sogar Charme, denn irgendwie hat es mir gefallen. Nun ja endlich habe ich was vom alten England der Industrie enddeckt. Ich hatte keinen Stadtplan und wußte auch nicht so recht wohin.
Da waren sie wieder - die Kanäle! Es gab sogar eine Rundfahrt durch die Stadt na das paßt ja mal... Nicht die Cherry Boots abwätzen sondern mich durch die Gegend gondeln lassen. Es hat sich gelohnt das Kanalsystem ist weit verzweigt und stammt aus dem 18.Jh. - der Zeit der Industriealisierung. Zuerst sind wir am besagten Beton durchs Stadtzentrum vorbeigefahren, dann gabs grün und da waren sie die alten stillgelegten abgefragten und verfallenen Industrieanlagen... Wow ich hatte Gänsehaut und hörte die Hämmer und Maschinen und roch den Dreck und den Gestank vergangener Tage. Es war wie eine Zeitreise... einfach toll!

































So nun liebe Straßenbahnfreunde und lieber Martin. In der 1 Millionen-Menschen Stadt gibt es doch sogar eine (in Zahlen 1) Stadtbahnlinie!!!






Die wird dort als Metro bezeichnet, ist es aber nicht. Ne gewöhnliche Stadtbahn mit Niederflurwagen und als Einzelwagen im 15 Minutentackt unterwegs scheint ja wohl zu reichen. Gibt ja auch keine Menschen auf der Straße. Die Linie ist seit 1999 in Betrieb und eine Strecke von A nach B Einzelfahrt kostet 3.30£! Die Bahnstrecke ist 20,4 Kilometer lang und hat 23 Haltestellen - alle behindertengerecht. Der größte Teil der Strecke verläuft auf einer ehemaligen Eisenbahnstrecke. Das scheint in England populär zu sein, denn in Manchester hat man das auch. Komisch ist auch an den meisten Haltestellen war so überhaubt nix. Es hatte was von einer Wald- und Wiesenbahn. Als es dann endlich mal wie eine Straßenbahn durch eine andere Stadt ging (immerhin 2,4 kilometer), gab es dort nur eine Haltestelle und den Endpunkt. Das hätte man sich sparen können - den bis zum Bahnhof war ich noch weitere 10 Minuten zu Fuß unterwegs.
Auf eigenem Bahnkörper (Eisenbahnstrecke) wird 70km/h gefahren und auf der Straße 50km/h. Das konnte ich so gut sehen da der Tacho Kilometer und nicht wie in England üblich Meilen anzeigte.

Samstag, 4. Juni 2011

Andreas in... Liverpool!

Die zweite Station für diesen Tag. Auf nach Liverpool die Stadt der Beatles!

























Liverpool hatte in den 40er Jahren 850.000 Einwohner. Durch den Zusammenbruch der Industrie leben heute nur noch 450.000 Einwohner in der Stadt. Der erste Eindruck der Stadt war auch nicht so gut. Alles etwas heruntergekommen - es gibt zwar alte Gebäude, die sind aber meist nicht renoviert. Das Rathaus ist für die Bedeutung der Stadt von einst eher klein geraten. Aber es tut sich was... In den Albert Docks am Mersay River und den angrenzenden Docks ist in den letzten 5 Jahren ein wahrer Bauboom ausgebrochen.





Man hat sich einiges einfallen lassen um die Stadt aufzuwerten. Es sind sehr moderne Gebäude entstanden. Liverpool spielte im 17 Jh. eine große Rolle im lukrativen karibischen Sklavenhandel. Bereits 1715 eröffneten die ersten Docks und reihten sich über 11 Kilometer am Fluß entlang. An Manchester kommt Liverpool aber nicht annähernd heran. Ich dachte immer oder erhoffte mir vor meiner Englandreise das in Gread Britannien alles runtergekommen ist und ich die Wurzeln der Vergangenheit entdecke. Dem ist aber nicht so. So schlecht kann es den Engländern doch nicht gehen - überall in den Städten werden moderne Gebäude errichtet.






Nun zum Nahverkehr in Liverpool: Es gibt es zwei U-Bahn Gesellschaften. Diese unterteilen sich in zwei Strecken: die blaue Linie und die grüne Linie mit insgesamt 7 Abzweigungen. Der erste Abschnitt wurde schon 1886 in Betrieb genommen. Ein Tunnel unter dem Mersey River war der erste Unterwassertunnel weltweit. Allerdings fahren die Bahnen eher selten und sehr langsam. Gefühlt ist man in Hannover doppelt so schnell unterwegs. Wenn man an nur einer Linie wohnt, hat man das Problem das bis 7:00 Uhr und ab 18:30 Uhr die Bahnen nur alle 30 Minuten verkehren und tagsüber nur alle 15 Minuten.

Um 23:30 ist dann auch Feierabend und vor 5:00 Uhr morgens wartet man vergeblich. Wie gut haben wir es doch in Hannover! Es wird laut Anzeige mit 3-Wagenzügen gefahren. Diese sind aber nicht länger als 50 Meter und nehmen gerade mal die Hälfte des Bahnsteiges ein. Man gönnt sich dafür sogar den Luxus, dass neben dem Zugführer noch eine weitere Person beschäftigt ist, die nichts anderes zu tun hat, als die Türen zu schließen und das Abfahrtsignal zu geben und hin und wieder ein Brett an den Zug anzulegen damit die Rollstuhlfahrer überhaupt rein und raus kommen. Der Höhenunterschied zwischen Zug und Bahnsteig ist enorm. Es war Samstag um 16:00 Uhr am Hauptbahnhof und die Stationen waren leer genauso wie die Bahnen. Ich konnte tolle Fotos machen von Stationen ohne Menschen so wie es eher in Hannover Montags nachts um 0:00 Uhr ist. Nun bin ich zurück in Manchester in der Canal Street und hier tobt das leben. Man merkt das man in einer Stadt ist - in Liverpool hatte ich nicht das Gefühl. Manchester ist auf jeden Fall eine Reise wert.











Andreas in... Blackpool! Runtergekommen und abgewrackt.

Blackpool ist seit dem 18 Jh. ein Seebad. Bekannt ist es für seine Piers mit Amüsierbetrieben, Bingo, Spielbällen und Karussells. Der gemeine Britte fährt dort hin, um sich zu amüsieren und die Sau rauszulassen. Die Blütezeit kam, als 1840 die Eisenbahn den Ort erreichte. Seitdem hat man wohl aber vergessen die ganzen Einrichtungen zu modernisieren! Dafür würde ich hier kein Geld ausgeben - alles ist veraltet und verwahrlost.

Am Schönsten sind dort wirklich noch die Straßenbahnen. Es fahren alte Doppelstockbahnen. So etwas kannte ich bisher nur von Bussen. Die machen richtig was her. Leider nur noch dieses Jahr, denn ab dem nächsten Jahr werden neue behindertengerechte Bahnen aus Deutschland angeschaft. Es gibt eine Linie - diese wurde 1885 eröffnet. Ich bin dann einmal rauf und runtergefahren. Die Strecke läuft direkt am Meer entlang - das ist schon Klasse! Leider auf der anderen Seite auch an den scheußlichen Freizeiteinrichtungen.
Nachdem ich meine Rundreise mit der Doppelstock-Tram beendet hatte, wollte ich nur schnell wech von hier.
Leider ist mir der Zug vor der Nase abgefahren und ich mußte 55 Minuten warten. Die Stadt wollte mich wohl nicht gehen lassen. Ich bin dann in einen Pub und dort gab es bisher das günstigste Bier einen Pint (0,568 Liter) für 2.30 £. Ich wollte mir dann die Stadt schönsaufen... es ist mir nicht gelungen.

























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Bilder aus Manchester II

Andreas hat noch ein paar Bilder zur Veröffentlichung geschickt:


















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